Herzlich Willkommen im III. Hammer –

dem wohl „historischsten Teil“ des Selketals

 

Mägdesprung – mittendrin im Selketal – ist bereits ca. 300 Meter hoch gelegen.

Der kleine heute zur 8.000 Einwohnerstadt Harzgerode gehörende Ortsteil wird 1576 erstmals als Meidesprung erwähnt.

Es entwickelt sich eine Sprungsage „Mägdesprung über das Selketal“ (Die Brüder Grimm zum Beispiel nehmen die Sage in ihre Sammlung auf)

1646 – zum Ende des über die deutschen Länder hinwegfegenden 30-jährigen Krieges – erfolgt die Gründung einer Eisenhütte durch Friedrich von Anhalt-Harzgerode, ab dem 18. Jahrhundert dann als „Eisenhütte unterm Mägdesprung“ bekannt.

Zwischen 1780 und 1786 entstehen dann entlang der Selke die vier sogenannten Friedrichshammer“- 1782 der III. –

Der III. Friedrichshammer, heute einfach nur „Dritter Hammer“ erweiterte die Hütte um einen Blauofen (kleiner Ofen zum Eisenschmelzen, welcher reines „Blaues Eisen“ liefert), ein Frischfeuer und um einen Schwarzblech-Hammer, der Roheisen zu Blech verarbeitet.

Mädgesprung liegt zwischen Harzgerode im Süden und Quedlinburg im Norden.

Das Wahrzeichen Mägdesprungs ist der 1812 zu Ehren Fürst Friedrich Albrechts von Anhalt – Bernburg als Meisterwerk des Kunstgusses errichtete und zum 200. Geburtstag sanierte 16 Meter hohe Obelisk.

Der Eisenkunstguss wird in Mägdesprung um 1821/22 eingeführt, bis 1829 entsteht u.a. das Carlswerk, dessen Name auf den damaligen Erbprinzen Carl Alexander zurückgeht.

Beim Obelisk biegen Sie von der Bundesstraße 185 ostwärts ins idyllische und unsprüngliche Selketal ein. Als Fußgänger bietet sich an, über eine kleine Holzbrücke (links) neben dem Hüttenmuseum Carlswerk die Selke zu überqueren und bis zur engsten Stelle des Selketals etwas flussabwärts des III. Hammers den hiesigen Teil des Selketalstiegs zu genießen.

Das braucht keine 30 Minuten und ist wunderschön.

Während das kleine „Reihenhaus“ am III. Hammer zur Linken der Unteren Kreisstraße entlang der Selke noch auf das 18. Jahrhundert datiert (ab 1782), wurden bergaufwärts zwei Häuser für Arbeiterfamilien der Hütte Carlswerk aus örtlichem Schieferstein und rotem Backstein als Schmuckfries errichtet – das untere in der Zeit ab 1827 bis 1850.

Der evangelische Friedhof oberhalb des III. Hammer wird seit 1833 genutzt.

Ein Eisen–Epitaph an der Friedhofsmauer gegenüber der Eingangspforte erinnert an den „Rettertod“ am Blauofen von 1834.

Wussten Sie, dass der Verein Deutscher Ingenieure (kurz VDI) zu Pfingsten 1856 unter Mit–Federführung des Hüttenmeisters Carl Bischof seinen Anfang fand?

120 Mitglieder des Akademischen Vereins HÜTTE machten sich seinerzeit mit geschmückten Leiterwagen auf ins benachbarte Alexisbad, den Gründungsort des VDI.

Im Sommer 1887 beginnt die Geschichte der Selketalbahn mit der Strecke Gernrode – Mägdesprung.

Die 1913 auf dem „historischen“ Friedhof im III. Hammer erbaute Kapelle wurde nach langem Daseinsfristen als Abstellraum von einem ehemaligen Bürger des Ortes 2007 restauriert und sodann als Pilgerkapelle geweiht. Sie bietet einfache Holzstuhl–Sitzplätze für bis zu 20 Personen.

Der selbe Stifter lässt ein Jahr später den kleinen separaten Glockenturm als Holzkonstruktion errichten, dessen Glocke immer sonntags um Punkt 10:00 Uhr die kleine Ansiedlung des III. Hammer erweckt.

2016 zählt Mägdesprung gut 50 Einwohner.

Die Straße hoch ist ab dem ersten „Arbeiterhaus“ (Nr. 29) in Privatbesitz, darf aber – bei Beachtung von Urlaubern und spielenden Kindern – ruhig bis zum Friedhof genutzt werden.

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